WDR
01/06
St. Pölten ist die Landeshauptstadt von Niederösterreich - "im Herzen Europas", wie es auf der offiziellen Website so schön heißt. "St. Pölten besitzt das älteste verbriefte Stadtrecht Österreichs – auch eines der ältesten europaweit –, verliehen 1159 vom Passauer Bischof Konrad, dem damaligen Stadtherrn.
" St.Pölten besitzt heute auch das Recht, sich als eine der wichtigsten Adressen Europas in Sachen Reggae zu bezeichnen, ohne dass die Stadtväter davon bereits Wind bekommen hätten. St.Pölten ist nämlich die Heimat von House of
Riddim.
Lange Zeit gab es House of Riddim nur als Band, aber je länger sie existierte, je besser sie wurde, desto mehr wurde klar: als Band allein
kann man nicht überleben. Schon gar nicht als Band, die sich selbst als Begleitband definiert, die also mit wechselnden Sängern arbeitet. Für Sam Gilly, Schlagzeuger, Keyboarder, Produzent, Kopf der Band und Betreiber des House-of-Riddim-Studios Anlass genug, nach vorn zu schauen und genau das zu wagen, was in Jamaika, was in der gesamten Reggaeszene für Musiker angesagt ist: Riddims zu produzieren und anzubieten.
Dass Sänger oder MC's sich einen Riddim, also einen fertigen Track Musik aussuchen, der von Musikern eingespielt wurde, die sie gar nicht kennen, ist nicht nur in Jamaika normal.
Der Riddim muss nicht mal neu sein, er kann sogar schon von anderen für einen Song benutzt worden sein. Woher der Riddim kommt, ist auch egal, Hauptsache, er ist gut. Und die von House of Riddim sind gut, sauber eingespielt, sauber gemischt, moderner Roots-Reggae, wie man sich ihn als Sänger nicht besser wünschen könnte. Und deshalb ging Sam Gilly's Idee auch relativ bald auf: die ersten Sänger nahmen Songs auf House-of-Riddim-Tracks auf. Bald war das erste House-of-Riddim-Album im Kasten - mit lauter Gastsängern.
Aus Jamaika meldete sich sogar das Dasvibes-Label, mit dem sich eine regelmäßige Zusammenarbeit entwickelt hat. Reggae-recording im Zeichen der digitalen Produktion - nicht mehr Musiker reisen um die Welt, sondern Musikdateien, von St.Pölten nach Kingston, wo der Gesang aufgenommen wird, von Kingston nach St.Pölten zurück, wo dann der Endmix stattfindet.
Manchmal schaut allerdings auch jemand in St.Pölten vorbei. Ranking Joe z.B., eine lebende Legende, Anfang der Achtziger Jahre der wahrscheinlich wichtigste DJ überhaupt, ließ es sich nicht nehmen, seinen Track für das neue House-of-Riddim-Album in St.Pölten aufzunehmen. Und noch ein paar Backings für den Kollegen Mykal Rose dazu, den Sänger von Black Uhuru, der ebenfalls mit von der Partie ist. Mykal Rose indes hat es nicht bis St.Pölten geschafft, seine Stimme wurde zuvor in London aufgenommen. 15 Tracks umfasst "Chapter II", das neue House-of-Riddim-Album, 15 Sänger aus Europa, Afrika, Lateinamerika und natürlich Jamaika geben sich die Ehre, für Sam Gilly und seine Band zu singen.
Die meisten von ihnen gehören zu den jungen Reggae-Talenten, die sich inzwischen in Europa zuhauf finden: Brilliant, Black Dillinger, Lyrics Factory - für Reggae-Kenner sind das schon keine Unbekannten mehr.
Sam Gilly läßt es sich aber auch nicht nehmen, Musikern, die sonst eher im Hintergrund stehen, die Chance zu geben, sich mit einem eigenen Song zu präsentieren. Marlene Johnson z.B., die Sam Gilly zufällig als Backing-Sängerin von Jah Meek kennen lernte, oder Sista Sonic, gewissermaßen die Hausvokalistin von House of Riddim, die sämtliche Backing Vocals auf "Chapter II" singt.
Wer jetzt ein buntes Durcheinander von Stilen erwartet wie es bei Compilations die Regel ist, der sieht sich angenehm überrascht: trotz 15 Sängern klingt das Album erstaunlich kompakt - dank der ureigenen Handschrift von Sam Gilly als Produzent. So sehr er selbst den guten, alten, ganz langsamen Reggae liebt, kommt "Chapter II" zumeist einen Tick flotter daher als die großen Vorbilder aus den Siebziger und Achtziger Jahren. Aber das ist genau das, was die jungen, vom Dancehall beeinflussten Reggae-MC's bevorzugen: Tempo geht halt in die Beine, und deshalb ist "Chapter II" nicht bloß eine CD fürs Wohnzimmer, sondern auch für den Tanzboden.
Autor: Albert Wiedenhöfer
Riddim
10/05
Österreichs
Studio One
Text: Birgit Mair
Sam Gilly, Mastermind, Szene-Drummer und Studiobetreiber, könnte Ele ohne
weiteres den Titel „Energy God“ streitig machen. Nicht genug, dass das
Energiebündel bei Roots Vibration und House Of Riddim am Schlagzeug sitzt, der
vierfache Familienvater ist auch Gründer und Produzent von besagtem House Of
Riddim-Label in Karlstetten.
Mit einer Crew superber Musiker, österreichischem Charme und jeder Menge
kreativer Energie entstehen hier hochkarätige Roots-Stücke wie der „Burning“-,
„Positive“- oder „Peace“-Riddim, die nicht nur deutschsprachige, sondern
auch immer mehr internationale Artists begeistern. Die Zusammenarbeit reicht
dabei von A wie Anthony B über Jahcoustix, Jah Meek – dessen letztes Album
„Touched By An Angel“ Gilly produziert hat –, Lukie D, Marlene Johnson,
Nattyflo, Raggamaffia und Spectacular bis Z wie Ziggi, um nur einige Namen zu
nennen.
Dabei ist die Gründung
des Studios eigentlich nur der Tatsache geschuldet, dass Sam Gilly zwar mit
Roots Vibration eine Band und auch etliche Riddims auf Lager hatte, es mit dem
Weggang von Frontmann Jürgen
Lininger aber keinen festen Sänger mehr gab, der diese
optimal hätte voicen können. Gilly kam der Gedanke andere Künstler zu
featuren und er verschickte 2001 auf Gutglück Riddims an diverse Labels, worauf
sich unter anderem Chris Pössinger von Soulfire Artists und Ganjaman von MK ZWO
bei ihm meldeten und ihn bei der Suche nach Sängern unterstützten. Die
Promo-CD dieses Projekts wurde – zig mal gebrannt und weitergereicht – schon
fast ein Selbstläufer und landete bei Künstlern, von denen Sam noch nie zuvor
gehört bzw. vermutet hatte, dass diese überhaupt Interesse an einem Voicing
haben könnten. Bald konnte er sich vor Aufträgen kaum noch retten.
So wurde aus einer
Idee ein konkretes Projekt, und während auf diesem Wege auch Roots Vibration
mit Jung-Talent Julian Levy aus Hannover zu einem neuen Sänger kamen,
versammelte Gilly Johannes M. Knoll (Roots Vibration), Parvez Syed (Cheesevibes,
Jayasri) und Bassist Manfred Scheer zu der professionellen Backing Band House Of
Riddim, die international anerkannte Frontleute künftig nicht nur ins Studio,
sondern auch auf deren Touren (bisher durch Österreich, D’land, Ungarn,
Italien und die Schweiz) begleiten sollte. Dass Sam letztlich ein eigenes Label
mit gleichem Namen gründete, war bei der immensen Nachfrage nur ein logischer
Schritt. 2004 erschien bereits das erste Album „Sam Gilly’s House Of Riddim
Presents“ (Soulfire/Rough Trade), das Reggae-Artists aus Österreich &
Deutschland auf satten, groovigen Roots-Riddims präsentiert, die jamaikanischen
Produktionen in nichts nachstehen.
Auch
dieses Jahr ist der Beat-Schmied wieder voll ausgelastet, denn neben unzähligen
Studio- und Konzertterminen wird auch fleißig an eigenem Material gebastelt –
z.B. an einem „Queens“-Album, das ausschließlich Sängerinnen
featuren soll. Die Riddim House-Crew befindet sich also im Dauereinsatz.
Verliert man bei dieser Vielzahl an Namen und Projekten nicht den Überblick?
Gitarrist Johannes M.
Knoll empfindet das als spannende Bereicherung: „Es ist ein ständiges Kommen
und Gehen, aber das ist das Gute bei House Of Riddim, weil man immer flexibel
bleiben muss. Jeder Abend ist neu, es gibt kein Schema F. Die Sänger müssen
sich aufeinander einstellen, die Band auf die Sänger und umgekehrt – so
entsteht lebendige Musik. Man hat die Möglichkeit sich mit anderen zu
vernetzen, auf emotionaler oder musikalischer Ebene. Man lernt andere Ansichten,
Kulturen, Religionen kennen und wird ständig neu inspiriert. Wenn dann auch
noch die Liebe der Grundtenor der Message und Vibes ist, kann ja nichts mehr
schief gehen.“
Bei diesem Output werden wir künftig sicher noch eine Menge von Sam Gilly und
seinem (Traum-) House Of Riddim hören. Ein „Mach’s noch einmal, Sam“ erübrigt
sich.
Trostberger
Tagblatt, 08/2005
...Die Zeltbühne kochte aber schon vor den Blauen, denn seit dem sensationellen Auftritt vom letzten Jahr ist das House of Riddim das Traumhaus der Reggae-Gemeinde. Mit Mellow Mark, Jahcoustix, Uwe Banton von den Movements, Natty Flo, Conscious Fiyah von Headcornerstone und einigen weiteren Sängern verwandelte das House of Riddim die Zeltbühne in ein Reggae-Tollhaus mit Schwitzbad-Charakter....
Irieites, 2005
Bassrunner
Productions aus Wien warten hier mit einem sehr gängigen Rootsriddim auf, der
besonders durch seine Bassline ins Ohr geht. Sauber produziert von House Of
Riddim lockten sie damit einige bekannte und noch unbekannte Artists ins Studio
um ihre Versions zu voicen. Mein Favorit ist auf jeden Fall Jahcoustix der mit
seinem "The Cure" von der Heilung des Geistes durch den Glauben an Jah
erzählt und wie von ihm gewohnt sehr spirituell rüberkommt. Auch erwehnenswert
ist Thaistylee der mit "Nuff A Dem" einen weiteren Conscious-Part der
Selection übernimmt. Witzig gemacht ist der Tune "Gut gemeint" von
Nosliw & Maxim. Die beiden Rootdown-Artists versuchen sich hierbei ein Girl
abspenstig zu machen. Der Burning Riddim ist auf jeden Fall geeignet, den
Rootspart eurer Selection auf jedem Dance um ein paar interessante Tunes zu
erweitern.Desweiteren sind auf der Selection erschienen: El Condorsito feat.
Taffari - "Burning",
Ill Inspecta & Bobby Buster - "Heartis", Julian Levy - "Cyan´t
put a good man Down". Asha
zic zac 05/2005
House of Riddim
"Der Raum St. Pölten hat sich Dank des House of Riddim rund um Mastermind
Sam Gilly zur absoluten Top-Adresse Österreichs in Sachen Ragga und Reggae
gemausert. Nicht nur das. Mittlerweile pilgern die Stars der Branche aus ganz
Europa und Jamaika nach Karlstetten, um mit der Roots-Reggae-Crew aufzunehmen,
in den internationalen Branchenblättern sind sie Stammgast. Umgekehrt touren
die Jungs als Backing Band namhafter Größen des Genre. Auch derzeit sind die
Burschen auf Tournee in Deutschland und der Schweiz....
Interview mit Joynt
Kurz vor dem Heimatauftritt am 29. April im Warehouse, St.Pölten, nahm sich Knolli vom HoR Zeit für Joynt um ein paar Fragen zu beantworten. Ein Interview über Musik, das Leben auf Tour und Schlafmangel.
Joynt: Ihr seid ja erst kürzlich von einer großen Tour zurückgekommen. Wo hat euch diese Tour überall hingeführt, war es etwas Besonderes für euch dort zu spielen und wie waren die Leute dort?
Knolli: Die Tour dauerte elf Tage und wir hatten elf Shows. Also schon ein bisschen stressig. Die Tour führte uns von Passau bis nach Berlin mit einem Abstecher nach Basel in der Schweiz und Timelkam in good old Austria.
Jeder Gig war etwas ganz Besonderes. Man wusste nie genau was einen erwartet, vor allem, da der Großteil der Shows unter der Woche war. Im Schnitt waren bei jeder Show unter der Woche zwischen 300 und 500 Besucher, die ordentlich abgingen. Was eigentlich schon sehr viel ist und uns angenehmst überrascht hat. Eine "Ausnahme" erlebten wir in Bad Aibling, wo wir in einem Mini-"Club", dem "Stellwerk" gespielt haben. Man sollte sich diesen Club wie sein Wohnzimmer vorstellen. Ein Wohnzimmer, in dem aber auch schon die Ärzte, die H-Blockxs und viel andere gegeigt haben. Im Endeffekt waren dann gezählte 91 Menschen im "Wohnzimmer" zusammengepfärcht, die aber sowas von abgingen, dass alles zu spät war. respekt to the massive! Einfach unglaublich! Wirklich überrascht hat uns, dass die Leute auch wegen der "House of Riddim"-Band gekommen sind und nicht nur wegen der großartigen Sänger, die ja allesamt keine unbekannten sind (Mellow Mark hat einen Echo, Jahcoustix läuft auf VIVA...).
Joynt: Mit welchen Artists wart ihr unterwegs?
Knolli:Als Kern waren dabei: Mellow Mark, Natty Flo und Jahcoustix. Weiters kamen dann in den verschiedenen Städten noch Highhead und Danny Ranking von der Raggamaffia, Ganjaman, Uwe Banton (Movements), Tom Lugo (Jamaram), Conscious Fiayh (Headcornerstone) dazu. Also ein ständiges Kommen und Gehen. Das ist aber das Gute beim House of Riddim, weil man immer flexibel bleiben muss. Jeder Abend ist neu und es gibt kein Schema f. Die Sänger müssen sich aufeinander einstellen, die Band muss sich auf die Sänger einstellen und umgekehrt - einfach lebendige Musik. Spannend waren dann auch immer die ungeplanten Sessions, wo befreundete Sänger vor Ort auftauchten und auch mitjammen wollten. So spielten wir in Berlin mit Martin Jondo (Gentleman) und Pyro oder in Würzburg mit Sun One und Sister Progress von Leo´s Den. Es ist also nie fad geworden und wir konnten weiter Kontakte ausbauen und Freundschaften schließen. Big up to all the artists!
Joynt: Was hat es für Vorteile bzw. Nachteile mit einer so großen Gruppe unterwegs zu sein?
Knolli: Der einzige Nachteil ist der Schlafmangel.(grinst) Aber an den gewöhnt man sich. Ansonsten sind die Nachteile eher logistischer Natur, nämlich wenn die Sänger von Tag zu Tag wechseln. Jeder muss rechtzeitig abgeholt und wieder abgeliefert werden. Der eine kommt aus Berlin an den Bodensee angereist und muss am nächsten Tag wieder in Hamburg sein. Aber dafür gibt es 1. das Tourmanagement und 2. sind, Gott sei Dank, alle Artists auf einem sehr, sehr hohen professionellen Level unterwegs.
Und die Vorteile: Man hat die Möglichkeit sich mit anderen zu vernetzen, sei es auf emotioneller oder musikalischer Ebene. Man lernt neue Ansichten, andere Kulturen, Religionen kennen und wird ständig neu inspiriert. Wenn dann auch noch die Liebe oder ,wie Mellow Mark sagen würde, das 5.Element der Grundtenor der Message und der Vibes ist, dann kann ja nichts mehr schiefgehen.
Joynt: Geht man sich nicht schnell auf die Nerven, wenn man Tag und Nacht mit so vielen unterschiedlichen, wahrscheinlich auch konträren Charakteren zusammen ist?
Knolli: Wenn man mit Respekt auf den anderen zugeht und jedem seine Freiräume lässt, ist das kein Problem. Ausserdem ist jeder Mensch seine eigene Zicke, deshalb muss man auch jedem anderen seine kleinen Fehler zugestehen. Aber prinzipiell sollte man ja über alles reden können.
Joynt: Ihr seid ja kommenden Freitag, 29. April, im Warehouse zu sehen. Welche Artists werden euch unterstützen?
Knolli: Im Warehouse werden unsere Freunde Danny Ranking und Highhead von der Raggamaffia, Conscious Fiyah (Headcornerstone) und El Condorsito dabei sein. Überraschungen sind natürlich immer möglich. Also wieder ein bunter Abend.
Joynt: Freut ihr euch wieder einmal in der Heimat aufzutreten?
Knolli: Auf jeden Fall, weil man zu Hause auch besonders kritisch betrachtet wird, und einen viele Leute auch persönlich kennen. Da will man natürlich besonders gut spielen. Außerdem hat St. Pölten eine tolle Reggae-Massive. In diesem Zusammenhang auch ein "Big up" an alle Soundsystems in STP! (Kleine Kritik: Mehr miteinander, nicht gegeneinander: Musik ist kein Wettkampf!!!)
Joynt: Wie lange werdet ihr bleiben? Wann und wohin zieht ihr weiter?
Knolli: Am 28.4. spielen wir eine Show in Luzern und am 29.04 sind wir ja
dann wieder in St. Pölten, wo wir dann bis zum 10. Mai bleiben um die Arbeit im Studio weiter voranzutreiben. Dann geht es weiter nach Leipzig, wo wir für die bevorstehende Jah Meek-Tour proben werden. Bei dieser Tour werden wir Jah Meek´s neues Album "Touched by an angel", welches von Sam Gilly und Chris Scheidl im House of Riddim produziert wurde, promoten. Die Tour startet am 13. Mai und dauert bis zum 25. Mai (ohne off-day), und wird uns wieder quer durch Deutschland führen. Mit dabei sind auch Mono&Nikitaman, mit denen wir sicher auch den einen oder anderen Tune spielen werden. Schlafmangel also wieder vorprogrammiert. (grinst) Und dann startet schon die Festivalsaison, die uns dann nach Deutschland, Italien, Slowenien, voraussichtlich Polen, und in die Schweiz führen wird. Es gibt also viel zu tun.
Joynt: Zu eurem geplanten Festival: Steht nun schon genaueres zum Line-Up fest? Auf welche Artists darf man sich freuen? Wird es irgendwelche Überraschungen geben?
Knolli: Da möchte ich noch nichts verraten. Die Verhandlungen laufen. Am Besten ist es öfters unter http://www.pielachtalevents.at/ nachzuschauen.
Joynt: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Festival zu veranstalten?
Knolli: Spontan aus der Überlegung heraus Reggae in Österreich noch poulärer zu machen. Und natürlich um eine Riesenparty zu feiern.
Joynt: Habt ihr besondere Zukunftspläne?
Knolli: Heute stark zu sein, um für die Zukunft eine gute Basis zu schaf
Interview
mit MK ZWO vom CRS
MK ZWO: Wie kam das House of Riddim Projekt denn ursprünglich zustande?
Sam: Die Idee war prinzipiell von mir und ich hab Riddims rausgeschickt, worauf sich unter anderem Ganjaman gemeldet und sehr mitgeholfen hat verschiedene Sänger zu connecten. Ebenfalls Chris Pössinger von Soulfire-Records. Aber wir haben uns vorher nicht gekannt.
MK ZWO: Welche Vorteile hat es denn mit so einer großen Band unterwegs zu sein?
Sam: (lacht) Im Sinne von finanziellen Vorteilen hat man keine. Wir sind heute 18 gewesen, d.h. davon kommen ungefähr 5 aus dem gleichen Eck in Österreich, Banton kommt aus Bielefeld, Ganjaman aus Berlin … also alleine die Anreise verschlingt die Gage. Aber es geht ja um die Message, die zu transportieren ist. Es ist schön. Es sind alles wunderbare Leute.
MK ZWO: Welche gemeinsamen Auftritte gab es denn bereits schon?
Ganjaman: Wir haben eine kleine Tour durch Deutschland gemacht und ein paar Konzerte in Österreich, die aber jeweils mit verschiedenen Sängern (Mellow Mark, Julian Levy, Jr. Mango, Conscious Fiyah, Jahcoustix, Cappuccino, Ganjaman, Jah Meek, Tom Lugo, Danny Ranking, Paco Mendoza, Uwe Banton, Highhead, Natty Flo, Sunone). Am CRS war es besonders, weil fast alle Sänger dabei waren, die auch auf der Platte vertreten sind.
Natty Flo: Wir haben jeweils unsere eigenen Bands, wie zum Beispiel die One Drop Band oder Movements, und kommen eben für
H.o.R. zusammen.
MK ZWO: Wächst man dabei auch aufgrund der neuen Eindrücke durch die verschiedenen Leute, die miteinander Musik machen und wie sie mit der Musik leben?
Sam: Ja natürlich, auf alle Fälle! Und es sind nicht immer die gleichen Sänger mit dabei. Es ist immer verschieden - ein bisschen. Es ist immer eine andere Stimmung - ich find es prinzipiell fantastisch!
MK ZWO: Habt Ihr eine bestimmte Message, die Ihr den Leuten nahe bringen wollt?
Uwe: Für mich steht der Gedanke der Musik im Vordergrund. Sie läuft unabhängig, wie eine natürliche Kraft, die aus Mutter Natur kommt oder aus dem Leben selber. Der Schöpfer, die Energie, dass steht im Vordergrund. Wir singen deshalb auch in Englisch und auf Deutsch, damit wir etwas bewegen.
MK ZWO: Ihr seid in dieser Formation das 1. Mal auf dem CRS - wie hat es Euch gefallen?
Sam: Mir persönlich, aber ich hab nicht wirklich viel gesehen, ich bin nur der kleine Schlagzeuger, mir hat es sehr, sehr gut gefallen - alles rundum.
MK ZWO: Auch die Leute auf dem Festival?
Sam: Die Leute super. Polizei ganz übel, ganz üble Polizei in Bayern. Aber sonst alles super.
Natty Flo: Das Zelt war gerappelt voll. Die haben richtig Gas gegeben. Wir haben am Anfang viel Roots and Culture gespielt und am Schluss sind wir schneller geworden - da haben die schon gut Alarm gemacht. Ich habe einige Male bei diesen Projekt mit House of Riddim schon mitgesungen und kann für mich sagen, dass es eine große Sache ist, weil man für die Musik zusammen kommt und die Leute recht positiv darauf reagieren.
MK ZWO: Wie seht Ihr Euch denn als Repräsentanten des deutschen Reggaes? Und wie entwickelt sich das Ganze in Euren Augen?
Natty Flo: Auf jeden Fall, vereint es die Leute. Bei diesem Reggae-Projekt sieht man, dass, im Vergleich zum Hip-Hop, es um gemeinsam Musik machen und es nicht um Battle-Texte oder um dizzen geht. Wir waren 12 verschiedene Sänger auf der Bühne heute. Wir sind Teil der Reggaeszene, aber es gibt noch vielmehr Leute, die auch gute Musik machen. Aber beispielsweise Jah Meek und Ganjaman, das ist ne ganz schöne Bestandsaufnahme, was Roots- und Culturemusic zur Zeit in Deutschland angeht.
MK ZWO: Machen auch einzelne von Euch Soloprojekte?
Jah Meek: Jeder macht seine eigenen Aufnahmen. Für meinen Teil, bless, mein Name ist "Jah Meek" ("zu dem Gott gesprochen hat"), arbeite ich momentan an meinem eigenen Solo-Album. Ich hoffe es jetzt bald fertig stellen zu können. Jeder arbeitet an seinem eigenem Zeug, Movements auch, aber wir kommen und arbeiten noch zusammen - das ist das Wichtigste.
Natty Flo: Ja, ich mach auch ein Solo-Album. Es sieht ganz so aus, dass wir bald an den Start gehen.
Uwe Banton: Wir machen alle irgendwie Musik - ist einfach so: es ist eine Lebensaufgabe, verstehst Du. Wir haben unsere Band, Movements. House of Riddim ist ein Projekt. Musik setzt da keine
Grenzen
MK ZWO: Das ist wahr. Ich bedanke mich recht herzlich bei allen von Euch. Noch viel Spaß hier!
Allgemeine Zustimmung.
Kurier,
22.02.2005
Exportschlager
von Rock bis Reggae
Riddim
02/05
Die "Burning" Selection, eingespielt von der House of Riddim Band und
produziert vom Wiener Label und Soundsystem Bassrunner Produktion,
steht kurz vor der Veröffentlichung. Dem Titelsong von El Condorsito &
Taffari stehen die Tunes "Heartis" von Ill Inspecta & Bobby
Buster
a.k.a. Ras Money & Jah Bling Bling (wicked!), das witzige Girl Battle
"Gut Gemeint" von Nosliw & Maxim, "The Cure" von
Jahcoustix, "Nuff Ah Dem" von Thai Stylee sowie Julian Levy`s "Cyan
Put A Good Man Down" zur Seite. Tadelloser Riddim mit guten Tunes. Till
Schuhmann
St.
Pölten Konkret, 1/2005
Als
wohl produktivsten St. Pöltner Künstler des Jahres 2004 hat die City-Flyer
Redaktion Sam Gilly, Drummer bei Roots Vibration und House of Riddim und
Produzent in seinem „House of Riddim“- Studio in Karlstetten ausgewählt.
Beinahe das ganze Jahr war Sam mit House of Riddim in Österreich und
Deutschland auf Tournee. Außerdem erschien 2004 das erste Album von House of
Riddim. Stand er mit seiner Band einmal nicht auf der Bühne, so saß er im
Tonstudio und produzierte Alben wie jenes von Jah Meek („Touched By An Angel),
das im Februar erscheinen wird. Die Idee mit dem Studio entstand vor etwa einem
Jahr. Sam Gilly begann auf gut Glück, an diverse Labels Riddims zu verschicken.
Daraufhin haben sich bei ihm Chris Pössinger von “soulfire-artists“ und
Ganjaman von „mk-zwo“ gemeldet. Mit Chris hat er sich auf die Suche nach Sängern
gemacht und von da an ging es mit den Aufträgen rasant aufwärts. Auch 2005 ist
kein Ende der Arbeit in Sicht. Im
Reggaenode
14.01.2005
(PeterB) - Lange
schon stand diese CD in meinem Regal und hatte sich sorgfältig zwischen anderen
versteckt, welche Gemeinheit! Die Österreichische Band "House of Riddim"
hat doch mit diesem Album ein exzellentes Werk hingelegt, in dem sie ihre Qualitäten
als klassische Reggae Backing Band unter Beweis stellen! Gemeinsam mit
zahlreichen Artists der Deutschen und Österreichischen Reggae-Posse wurde
dieses Album in Sessions aufgenommen, ein richtiges Musikprojekt ist draus
geworden, das im Sommer 2004 auch auf einigen Festivals begeistert gefeiert
wurde: Bekannte Namen sind am Start mit Natty Flo, Uwe Banton (Movements),
Ganjaman, Jahcoustix und vielen mehr. Satter Roots Reggae wird hier von der Crew
gezaubert und die Posse singt dazu, eine gegenseitige Huldigung von Band und
Singer. Super Album, wenn man die Chance kriegt irgendwelche Combinations mit
HoR in Konzerten zu erleben: Noch besser! Und das Versprechen auf der
BandHomepage für 2005 ein "Queens" Album zu machen - was will man
mehr???
City-Flyer 01/05
Produzent
(Betreiber des Studios "House of Riddim" in Karstetten) und
Schlagzeuger SAM GILLY hat gemeinsam mit Josef Grasl, Johannes Maria Knoll,
Christoph Richter, Tom Hornek, Chris Scheidl, Martin Scheer und Gastsängern 14
groovige "Roots Reggae" Tracks aufgenommen. Den Anfang macht der
Newcomer 2004 Julian Levy mit "Listen Up". Ebenfalls tätig waren Jr.
Mango, Conscious Fiyah, Jahcoustix, Cappucino, Ganjaman, Jah Meek, Tom Lugo,
Danny Ranking, Paco Mendoza, Uwe Banton, Highhead, Natty Flo und Sunone.
Besonders groovig klingen "Corruption" feat. JR. MANGO, "Say Yah"
feat. JAH MEEK, "Spred some love" feat. TOM LUGO und "Babylone
Files" feat. SUNONE. Ein durchaus gelungenes Erstlings-Werk, bei dem so
richtig schön getanzt oder geküsst werden darf. -cz-
Riddim
01/05
Nach wirklich langen warten erscheint auf Velocity Records nun endlich die
Debüt-Single des talentierten Conscious Sängers Jah Meek. In Kombination mit
Luciano erinnert er in "everything is possible" daran, dass der Glaube
nicht nur Berge versetzen kann und liefert einen astreinen Ohrwurm. Jah Meeks
Solo-Tune "roll call" auf der B-Seite ist noch treibender, besticht
durch einen energetischen Mix-Part im Refrain und dürfte so manchen Dance zum
Brennen bringen. Die Instrumentals zu beiden Songs sind mit Sam Gilly im House
of Riddim entstanden und lassen die Vorfreude auf Jah Meeks Debüt-Album nur
noch größer werden. Ronald Wolfram
Riddim
06/04
Für seine
Debüt-Single hat El Condorsito Sam Gilly`s "Positive" Riddim
ausgewählt.
Das beschwingende Roots-Instrumental mit dem mitreißendem Bläsersatz gab es bereits
auf dem
House of Riddim Album zu hören, wo es von Uwe Banton veredelt wurde. El
Condorsitos spanischer Song "Angelito" ist eine Widmung an alle
weiblichen "Engelchen" und dürfte helfen, den Sommer im Herzen warm
zu halten.
Erschienen ist das Stück auf Bassrunner Productions. Ronald Wolfram
Pressekonferrenz
Chiemsee Reggae 2004
...Was
HOUSE OF RIDDIM zu sagen haben stößt noch auf ein paar geneigte Ohren. Gut so,
denn Ganjaman, einer der Mitglieder dieses Musikprojektes (Ganjaman, Jah Meek,
Sam Gilly u.a.) hat eine ernste Message. Er prangert die Gleichgültigkeit der
Europäer gegenüber der Situation in Afrika an, fordert auf, sich endlich der
Verantwortung, die die reichen Länder in der Welt haben, zu stellen. House Of
Riddim engagiert sich sehr für Förderungsprojekte in Afrika. Offensichtlich
nicht nur bla bla, denn als sich ein junger Kerl meldet und die Jungs zu einem
Benefizkonzert zu Gunsten einer Schule in Ghana einlädt, sagt Ganjaman spontan
zu, mehr noch, er gibt über Mikro seine Handynummer bekannt...
Obwohl das Zelt fast voll ist, nimmt das leider nur eine Handvoll Leute zur
Kenntnis, die anderen sind mit Biertrinken und ihrer Selbstgefälligkeit beschäftigt...
Skug,
06.10.2004
Reggae aus Österreich?
Ja, und was für ein Reggae! Sam Gilly, der Komponist aus St Pölten (Gitarre,
Keyboards und Drums!), hat jetzt seine » House of Riddims« veröffentlicht.
Hier ist eine Kompilation für die er Sänger aus Österreich, Deutschland und
einen aus Bolivien auf seinen Instrumentals eingeladen hat. Einige der besten
deutsch-sprechenden Sänger äussern ihre Ideen (leider fast alle auf
Englisch..!) auf den riesigen Riddims von Sam Gilly. Unter den Artists befinden
sich Jahcoustix, Ganjaman mit »Komm Und Bleib Stark«, Conscious
Fiyah(Headcornerstone), Paco Mendosa (a.k.a. Criminal/Raggabund), Uwe Banton (Movements),
Tom Lugo (jamaran), Cappucino (Jazzkantine), Julian Levy (Roots Vibration, die
Band von Gilly), Danny Ranking (Raggamafia)... Die Keyboard Sounds wie zum
Beispiel in dem Track »Recall The Day«, hätten wir während einer Probe von
Bob bei Tuff Gong hören können, aber nein, sie kommen aus Gilly’s Keyboard
in St Pölten...! Ein absolutes Muss auf den Regalen der deutsch sprechenden
Reggae-Liebhaber! Auf dem Label Soulfire sind ebenfalls die Alben der Gruppen
Jamaran und Headcornerstone zu hören.
Irieites,
2004
Dass sich Spanisch
ganz hervorragend dafür eignet, im Reggae oder Dancehall eingesetzt zu werden,
haben Caramellow & Criminal in den hiesigen Breiten mehr als überzeugend
und mehr als einmal bewiesen (so z.B. bei "Que
Sera" - Silly
Walks/Four Music). Nun kommt der nächste große Name in die Szene, und zwar aus
Wien in Österreich. El Condorsito nennt sich der spanischsprachige Künstler
und legt mit "Angelito" einen wirklich fetten, feisten und feinen Tune
auf Vinyl hin. Sein Gesang passt sich angenehm in das von Sam Gilly gelegte
Rootsbett. Ein satter Rootsriddim mit netter Instrumentierung und einem sehr überraschend
klingenden Keyboardsolo zwischendrin! Sam Gilly hat ja unlängst mit dem Album "Sam
Gilly's House Of Riddim" (Soulfire Artists) für mächtig Wellen gesorgt. Sowohl Gesang als auch
Beatbasis kommen geschmeidig und zugleich treibend daher und passen zu den
endlich steigenden Temperaturen! Nun kann der Sommer ruhig kommen. Die B-Seite
bestreitet wie erwartet die Instrumentalversion aus dem House Of Riddim in
Niederösterreich. Die kommt auch ohne Vocals gut aus! Von beiden, Sam Gilly und
El Condorsito, wird man noch garantiert viel Gutes zu hören bekommen. Im Herbst
steht eine EP von El Condorsito an. Da darf man gespannt sein. Karsten Frehe
Reggae-Vibes,
July 20. 2004
From St. Pölten in the heart of Austria.... yes, indeed Austria!!... comes a
very interesting and surprisingly good compilation set entitled "Sam
Gilly's House Of Riddim
Presents". Responsible for this decent collection
of tunes is Sam Gilly (drummer, keyboard player, guitarist, producer and founder
of the "House Of Riddim" label), who wanted to compile an album
featuring reggae artists from Austria and Germany (plus one from Bolivia). After
providing a glimpse of things to come on "Riddim-CD #12", which
featured Conscious Fiyah's "What Is It Worth", he recently released
this 14 track cd. The live played reggae riddims are well arranged fresh
originals that rock 'n'groove and sound crisp and clear. It's obvious that all
artists involved fully benefit from these wicked backdrops. Conscious lyrics -
some in German language and one in Spanish - and convincing vocal deliveries are
the other ingredients that makes this cd truly worth of hearing. Highlights are
Julian Levy's "Listen Up", Conscious Fiyah's "What It
Is Worth" (a true hit song), Jah Meek's "Say Jah",
Danny Ranking's "Ina Mi Life", Uwe Banton's "Don't Cry"
and Sun One's "Babylon Files".
Already looking forward to the next sampler, but until then we're pretty sure
that this cd will get a regular spin in our
cd player.
Riddim
04/04
House of Riddim
St.
Pölten im Herzen Niederösterreichs wurde schon Anfang der 90er zur österreichischen
Reggae-Hochburg erklärt, als die Formation Roots Vibration mit melodiösen
Beats und concious Lyrics auf sich aufmerksam machte. Drummer Sam Gilly gründete
das Label „House of Riddim“, arbeitete eifrig an groovigen Roots Riddims und
begeisterte damit Künstler im In- und Ausland. Einige waren so beeindruckt von
den Instrumentals, dass sie es sich nicht nehmen ließen, den Hausherren in der
Alpenrepublik zu besuchen und mitzuhelfen ,die Vision zu verwirklichen, die
Gilly seit einiger Zeit im Kopf herumschwirrte: eine Compilation mit österreichischen
und deutschen Artists (und einem bolivianischen) auf eigene Riddims. Das Produkt
der Kollaborationen ist nun vollendet und der Reggae Massive auf dem Album
„House of Riddim presents...“ (Soulfire Artists) zugänglich. Eine Hörprobe
des Schaffens gab es bereits auf der Riddim-CD # 12: „What is it Worth“ feat.
Concious Fiyah (Headcornerstone).
Das Album ist wie geschaffen für den
Sommerbeginn, der gelungene Mix aus groovigen Riddims und stimmungsaufhellenden
Lyrics erzeugt gute Laune, die schwer zu übertreffen ist. Ganjaman`s „Komm
und bleib stark“ motiviert, an seine Willenskraft zu glauben, immer
weiterzugehen, während Danny Ranking´s Love-Tune „Ina Mi Life“ der Schönheit
der Wörter eines Warrior King oder Turbulence das Wasser reicht. Ander Künstler,
die Lyrics für das Album schrieben, sind Jahcoustix, Paco Mendoza a.k.a.
Criminal (Raggabund), Uwe Banton (Movements/Söhne Mannheims), Tom Lugo (Jamarman),
Cappuccino (Jazzkantine), Julian Levy (Roots Vibration), Mr. Highhead (Raggamaffia),
Jah Meek (Movements/Söhne Mannheims), Nattyflo, Junior Mango und sunOne. Wer
die Gigs der Riddim House Crew als Backing Band für Benjie versäumt hat und
sich live von ihrem Talent überzeugen möchte, hat im April die Möglichkeit,
sie auf ihrer 12-tägigen Deutschland-Clubtour zu sehen, wo sie ein Großteil
der auf dem Album vertretenen Artists begleiten wird. Und im Sommer ist eine
Festivaltournee geplant. Jenni Witek
Riddim
04/04
CD-Review
Sam
Gilly´s House of Riddim
(Soulfire/Rough Trade)
“Tief
im Herzen Niederösterreichs ist der Roots zu Hause”, so steht´s im
Presseinfo zu „Sam Gilly´s House of Riddim“-Sampler geschrieben. Was für
ein Quatsch, denkt man im ersten Jamaika fokussierten Moment, doch die Scheibe
aus St. Pölten hat´s in sich. Sam Gilly ist Drummer von Roots Vibration und
schraubt nebenher an einwandfreien, da vollen und treibenden Roots-Riddims, wie
man sie von der Karibikinsel seit Sizzla´s „Da Real Thing“ nicht mehr oft
gehört hat. Die Vocals steuern einige der besten Reggae-Artists aus dem
deutschsprachigen Raum bei, darunter Ganjaman, Nattyflo, Jah Meek, Concious
Fiyah und Jahcoustix, um nur einige zu nennen. Besonders Ganjamans „Komm und
bleib stark“ hat dank einprägsamer Hookline das Zeug zum Hit, wie man das
auch von Concious Fiyahs „What is it Worth“ sagen kann. Kurz, mit Sam Gilly´s
House of Riddim kommt ein Concious-Reggae-Sampler auf den Markt, der nahtlos
dort anschließt, wo Silly Walks Movements „Songs of Melody“ endete.
Manuel Teget
REVOLUTION
09
House
of Riddim pon Soulfire Artists!
- Eine Begegnung der fitten Art!
Es war eine lange Zugfahrt und ich sollte ca. gegen 7 Uhr früh in St. Pölten
in Österreich am Bahnhof sein, wo Sam Gilly, der Kopf und Macher des House of
Riddim mich abholen wollte. Er war bestimmt pünktlich da, doch ich hätte mir
lieber einen Wecker mit in den Nachtzug nehmen sollen, denn auch wenn ich, wie
gedacht, von alleine aufwache, war es scheinbar ein Stück zu spät. Kurz vor
Wien stieg ich also aus, in den nächsten Zug gleich wieder ein und fuhr zurück
zum Zielort.
Sam wartete immer noch in einem Cafe auf meinen Anruf und kam sofort, als dieser
bei ihm eintraf. Wir kannten uns nicht, aber es dauerte nicht lange und wir
konnten bei einem kleinen Frühstück die ein oder anderen Anekdoten erzählen
und einen guten Vibe herstellen. Der eigentliche Besuch meinerseits in Österreich
war ja nicht nur um ein Interview mit der aufstrebenden Riddimschmiede aus St. Pölten
zu machen, nein, ich gebe zu dass ich auch dort war um einen der dicken
Instrumentals zu voicen. Wie es zuvor schon Highhead und Danny Ranking (Raggamaffia),
Julian Levy (Roots Vibration), Jr. Mango, Conscious Fiyah (Headcornerstone), Tom
Lugo (Jamaram), Paco Mendoza (Raggabund), Uwe “Banton” Schäfer (Movements),
Jahcoustix (Dubious Neighborhood), Ganjaman, Jah Meek, Cappuccino (Jazzkantine)
und Natty Flo und andere taten, die
allesamt mit einem Tune auf dem im Frühjahr dieses Jahres erscheinenden Sampler
auf dem Münchner Label “Soulfire Artists” von Chris Pössinger, der unter
anderem „Headcornerstone“ betreut, vertreten sein werden. Das war ein langer
Satz und Ihr kennt bestimmt auch den folgenden „Während ihr diese Zeilen
lest.....“, der woanders in jedem zweiten Artikel steht. Nun steht er auch
hier und trifft womöglich genau zu.
Trotz meiner Versuche einen anderen Aufhänger zu finden für diesen Bericht,
fiel mir nichts besseres ein und ich entschied mich die Realtität, die Fakten,
einfach als diesen Aufhänger herzunehmen. Denn um die Person Sam Gilly zu
erfassen und zu beschreiben, braucht man mehr als nur ein Interview in einem
Cafe.
Die erste Band war und ist Roots Vibration. Mit 25 entschloss er sich nur mehr
zu trommeln und spielte alles was er bekommen konnte. „Reggae, Funk und auch
Rock,..... irgendwann erinnerte ich mich, dass doch die Musik die ich wirklich
spielen will Roots Reggae ist.“ So
kamen Jobs mit lokalen Reggae Bands. „Momentan außer Roots Vibration noch mit
der Riddim House Crew, meiner Backing Band; da begleiten wir Benjie, Jimmy Fall
und Raggamaffia.“, gibt er zu verstehen.Die erste Zeit mit seiner Band heimste
er einige Erfolge ein und sie wurden sogar für den österreichischen Pendant
zum hiesigen „Summerjam“, dem „Sunsplash“ gebucht. Danach stagnierte die
Zusammenarbeit und Sam kam, wie so
viele Drummer in diesem „Bizness“, durch den gewöhnlichen Weg vom Vierspur
Rekorder zum Computer, zum Mischpult und schließlich zur Endkonsequenz.....dem
Studio. Auf seiner Homepage "http://houseofriddim.turbo.at" kann man
die genauen equipment-technischen Ausmaße dieser Entscheidung nachlesen; sie würde
hier den Rahmen sprengen und möglicherweise durch Aneinanderreihen von
technischen Daten und Komponenten wohl eher in ein Musiker Fachblatt passen. Das
Studio ist jedenfalls „saugemütlich“ und man kann sehr entspannt arbeiten.
2001 hat er bei der Labelsuche „Leaving The Planet“ von Roots Vibration auf
Verdacht verschickt und da hat sich unter anderen auch Chris Pössinger von
Soulfire Artists gemeldet. Sam hatte zwar eine Band und viele Riddims auf Lager,
aber keinen festen Sänger mehr, der diese optimal voicen könnte. Ihm kam der
Gedanke mal andere Künstler zu featuren und Chris bot ihm an, einigen seiner
Leute mal die Riddims vorzuspielen. „Ich erzählte ihm von meinen Plänen und
der Rest ist Geschichte. Ein sehr fähiger Mann!“, meint Sam, als wir auf die
Sampler Sache zu sprechen kommen. Denn die Promo Riddim CD des House of Riddim
Projekts war dann fast schon ein Selbstläufer. Sie landete bei Künstlern, von
denen Sam vorher nie gehört hatte, bzw. es vermutet hätte, dass diese
Interesse an einem Voicing haben. Zig mal gebrannt und weitergegeben konnte man
hier und da Lob über so gelungenes Material heraus hören und viele Künstler
wollten die Riddims in individuelle Tunes verwandeln.Den Vibe mit Allen die auf
diesem Samplerprojekt vertreten sein werden, empfand Sam als äußerst angenehm.
„Es sind schon soooo Viele. Die Zusammenarbeit war ausnahmslos mit jedem der
Artists sehr entspannt und ich bin sehr dankbar, dass Gott mir nur solche
geschickt hat.“ Auf diesem Wege sind auch Roots Vibration zu einem neuen Sänger
gekommen. Nämlich Julian Levy, der aus Hannover kommt. Er ist ein talentierter
junger Künstler, der die richtige Einstellung und Stimme mitbringt, um Sam
Gilly´s Kompositionen zu bereichern. Auch er hat einen eigenen Tune auf dem
Sampler.
Auch Ganjaman ist mit von der Partie und so bekam ich heraus, dass Sam am neuen
Album des Berliner „Wurzelmusik Poeten“ mitproduzieren wird. Er ist mit ihm
in regem Kontakt und meint, „Ganjaman lässt in seinem Studio auch die
verschiedensten Sänger voicen, schickt mir Layouts und so. Sehr, sehr
fruchtbar; da wird noch einiges passieren! Wir werden sein nächstes Album zum
Teil im House of Riddim produzieren.“ Leider konnte ich mir bis dato noch
keinen Tune von ihm anhören, weil Ganjaman sehr kritisch mit seinem Material
ist und es hie und da auch wieder verwirft um etwas besseres nachzuschieben. Sam
meint, er höre da nicht viel Unterschied, es ist irgendwie immer gut und immer
wieder anders zugleich. Zukünftige Projekte klopfen schon an die Türe des
Hauses und so zählt Sam auf: „Mit Raggamaffia bin ich schon fleissig am
Werken. Das Album soll im Herbst erscheinen. Dann eben Ganjaman und Roots
Vibration natürlich. Einige Solo Artists wollen auch Riddims haben. Es gibt auf
alle Fälle einiges zu tun.“
So bin ich neugierig, wie denn der Rückhalt bei seiner Frau oder generell in
der Familie eines solchen Reggae Enthusiasten aussieht. Kann er das alles
vereinen, ohne am Rad zu drehen? Doch er beschwichtigt, „Wenn du das
Finanzielle meinst, das geht sich gut aus mit der Musik. Momentan ist halt wenig
Zeit für die Familie übrig, weil ich viele Konzerte spiele, aber das Gute
ist,..... ich hab das Studio an das Haus angebaut so dass ich eh da bin. Der größte
Respekt gebührt meiner Frau, sie unterstützt mich in meinem Tun! Big up!“
Da noch nicht so viele in Deutschland die Reggae Musik Szene in Österreich oder
gar in der Schweiz überblicken, obwohl sie vielleicht sogar hie und da näher
an der Grenze wohnen als die nördlichen Freunde, hat mich selbst gewundert,
dass Sam über unsere Szene mehr weiß als ich über die dortige. Doch er gibt
mir zu verstehen: „Ich befasse mich eher wenig mit der "Szene". Ich
bekomm halt so mit, dass in Germoney der Markt ist?! Die Live Situation wird
auch wieder besser, aber prinzipiell will ich mich nicht darum kümmern müssen,
was die anderen so machen, was angesagt ist und so. It`s
music, seen!“ Darum muss er
sich ja zum Glück auch nicht kümmern und kann sich daher kreativ auf die
Musikangelegenheiten konzentrieren. Seine Inspiration holt er sich vom Leben,
Gott und der Liebe im Allgemeinen, was man durchaus nachempfinden kann, wenn man
den Menschen etwas näher kennen lernt. Für das Booking und die Promotion ist
dann Chris Pössinger zuständig, der innerhalb der letzten Jahre regen Zuwachs
an Bands bekam und darauf hin beschloss, neben seiner Management/Booking Agentur
ein eigenes Label zu gründen.
Chris hat Sam Gilly vom House Of Riddim über Headcornerstone kennen gelernt.
Sam fand Conscious Fiyah`s (Sänger von Headcornerstone) Gesang gut und trat mit
ihnen in Kontakt. Aufgrund der von Sam zugesandten Riddims war Chris sehr
begeistert. Dazu meint er: “Man spürt die Wärme und ihre Liebe zum Roots.
Fiyah und ich fuhren dann nach St .Pölten ins Studio und dort bestätigten sich
unsere Eindrücke, die wir anhand der Riddims gewonnen hatten. “Ein sehr
kreatives Ambiente sorgte für einige gelungene Tunes und, so Chris, „da ist
es doch klar, dass man so ein Projekt supporten muss.“
Am 29.03. ist es dann soweit. Das Album wird durch Rough Trade (früher Zomba)
in Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlicht. Zwischen dem 13.04
- 24.04. ist eine Tour geplant. Fundament ist die House Of Riddim Band und es
werden insgesamt mindestens fünf Sänger pro Abend zu hören sein. Mit dabei
Ganjaman, Jahcoustix und Jah Meek,
sowie Danny Ranking, Highead und Julian Levy. Als Support ist dann noch Manwell
Dread Sound dabei. In den einzelnen Städten werden sicherlich der ein oder
andere Special Guest vom Album mit auf der Bühne zu sehen sein. So meint Chris:
„Ich freu mich schon sehr auf diese Tour, da es bislang so einmalig ist.“
St.
Pöltner Stadtzeitung 12.04.04
House of Riddim
Die
Überlebensstrategien von Künstlern sind notwendigerweise vielfältig und die
Kreativität bezieht sich nicht nur auf das Künstlerische, sondern auch auf die
Möglichkeiten des Überlebens. Sam Gilly, Szenedrummer („Roots Vibration“
ua.) und Studio-betreiber hat unter dem Namen „House of Riddim“ eine
Mannschaft hochkarätiger Musiker (die wie immer üblichen Verdächtigen: Josef
Grasl, Johannes Maria Knoll, Christoph Richter, Tom Hornek und Gilly himself)
versammelt, die international anerkannte Frontleute als Band begleiten! Und so
geht es in diesen Tagen wieder kontinuierlich auf Tour, die Daten reichen bis in
den August hinein. „
House of Riddim – feat. Ganjaman,
Jahcoustix, Danny Ranking, Julian Levy, Jah Meek und Highhead” steht jetzt am
Tourprogramm und in der Festivalsaison neuerlich “Benjie feat. Riddimhouse
Crew“! Und dass dadurch auch nicht nur „ Roots Vibration“ in Gillys Studio
produzieren, ergibt sich fast von selbst. Eine sehenswerte Entwicklung einer
hochklassigen Musikergeneration, die nicht fordert, sondern sich mit Ideen, Können
und Mut ihren Weg sucht! Wieder einmal sind St. Pöltner Musiker mitten drinnen
im aktuellen Geschehen der Oberklasse. Wir gratulieren!